Effektiv zweireihige Ziehharmonika lernen mit einem modernen Online Lernportal

Es ist kurz nach eins in der Nacht, die Schicht auf der Kardiologie war lang. Warnemünde schläft, nur der Wind von der Ostsee drückt gegen das Küchenfenster. Ich sitze hier, meine Finger sind noch steif von der Stationsarbeit, und nehme 'die Kleine' aus dem Regal.

Seit acht Monaten gehört diese kleine zweireihige Ziehharmonika nun zu mir. Damals, an einem kalten Vormittag auf dem Trödelmarkt in Güstrow, habe ich sie für 45 Euro mitgenommen. Sie sah so verloren aus zwischen all den alten Briefmarken und Kupferkesseln. Ich hatte keinen Plan, keine Notenkenntnisse, absolut gar nichts – nur das Gefühl, dass dieses Instrument und ich vielleicht zusammenpassen könnten.

Vom ziellosen Drücken zum ersten System

Die ersten Wochen waren, ehrlich gesagt, ein ziemliches Chaos. Ich saß hier mit meinem Kaffee und habe einfach nur auf die Knöpfe gedrückt. Ich wusste nicht einmal, dass meine Ziehharmonika wechseltönig ist. Das bedeutet, dass ein und derselbe Knopf zwei verschiedene Töne erzeugt – je nachdem, ob ich den Balg ziehe oder drücke. In der Schule hatte ich nie ein Instrument, und im Krankenhausalltag lerne ich zwar viel, aber eben keine Harmonielehre.

Irgendwann im März merkte ich, dass Leidenschaft allein nicht reicht. Ich wollte, dass es nach Musik klingt, nicht nur nach einem verzweifelten Seufzen des Balgs. Also suchte ich nach Hilfe, die in meinen Schichtplan passt. Ein Lehrer vor Ort? Unmöglich bei meinen Arbeitszeiten. So landete ich bei einem modernen Online Lernportal für die Ziehharmonika.

Nahaufnahme von Händen auf den Knöpfen einer zweireihigen Ziehharmonika.

Warum ein Online-Kurs für mich der Anker war

Das Besondere an diesem Akkordeon lernen für Erwachsene durch Onlinekurse war für mich die Unabhängigkeit. Wenn ich nachts um halb eins nach Hause komme, hat keine Musikschule mehr offen. Aber das Portal ist da. Ich klappe das Tablet auf, sehe mir ein kurzes Video an und probiere es direkt aus.

Ich habe schnell gelernt, dass meine 'Kleine' eine ganz klassische Aufteilung hat: 2 Reihen auf der Melodieseite mit insgesamt 21 Knöpfen und 8 Bassknöpfe auf der linken Seite. Am Anfang dachte ich, 21 Knöpfe seien wenig, aber wenn man bedenkt, dass jeder Knopf zwei Töne hat, sind das plötzlich 42 Möglichkeiten allein für die rechte Hand. Das war anfangs so überfordernd wie die erste Woche auf einer neuen Station.

Der entscheidende Tipp im Lernportal war für mich: Vergiss die klassischen Notenblätter. Ich habe nie gelernt, Noten zu lesen, und ich wollte es auch jetzt nicht erst mühsam büffeln. Das Portal nutzt die sogenannte Griffschrift. Da steht nicht, welcher Ton klingen soll, sondern einfach nur, welchen Knopf ich drücken muss. Das ist wie bei einer Routine im Krankenhaus – man denkt nicht über die Theorie des Blutabnehmens nach, man weiß einfach, wo die Nadel hin muss.

Die Tücken der 8 Bassknöpfe und der 'Moll-Moment'

Besonders im Juli, während einer Serie von anstrengenden Nachtschichten, habe ich mich fast nur auf die Bassseite konzentriert. Die 8 Knöpfe links sind mein Rhythmus-Anker. Aber die Koordination ist tückisch. Wenn die Finger am Ende einer Doppelschicht nicht mehr wollen, fühlt sich die Umschaltbewegung zwischen Zug und Druck an wie Schwerstarbeit.

Ich erinnere mich an einen Mittwochabend, an dem ich fast aufgegeben hätte. Ein bestimmter Moll-Bass wollte einfach nicht sitzen. Ich saß hier, der Hund schlief unter meinem Stuhl, und ich habe immer wieder den gleichen Fehler gemacht. Im Online-Portal konnte ich mir die Stelle im Video immer und immer wieder ansehen, in Zeitlupe. Das hat mir die Geduld gegeben, die ich sonst für unruhige Patienten aufbringe, auch mal für mich selbst zu haben.

Ein Tablet mit einem Online-Akkordeonkurs in einer gemütlichen Küche.

Wenn die Schultern plötzlich locker lassen

Es gab diesen einen Moment in meiner Küche, vor ein paar Wochen. Ich übte eine ganz einfache Melodie, vielleicht drei Minuten lang. Und plötzlich passierte es: Der Rhythmus der 8 Bässe passte exakt zum Zug des Balgs, und meine rechte Hand fand die 21 Knöpfe wie von selbst.

Ich spürte ein plötzliches, tiefes Lösen der Spannung in meinen Schultern, als Bass und Melodie zum ersten Mal für mehr als drei Takte wirklich synchron liefen. In diesem Augenblick fühlte ich mich besser als nach jeder Staffel Netflix. Es war dieses kühle, leicht abgenutzte Gefühl des Zelluloid-Gehäuses unter meinen müden Händen, das mir sagte: Du lernst das wirklich. Du erschaffst gerade etwas, das nichts mit Patientenakten oder Medikamentenplänen zu tun hat.

Ich merke auch, dass mir das Wie der melancholische Klang der Ziehharmonika mir beim Abschalten hilft im Alltag unheimlich gut tut. Wenn ich mich auf die Balgkontrolle konzentriere, gibt es keinen Platz für den Stress der Station.

Mein Fazit nach acht Monaten

Heute ist Sonntag, die Sonne kommt gerade über die Dächer von Warnemünde. Ich sitze mit meinem Kaffee auf der Terrasse. Der Hund liegt unter dem Tisch, die Nachbarin von nebenan hat vorhin sogar kurz rübergegrüßt – am Anfang hatte sie sich noch über das Quietschen beschwert, jetzt scheint es sie nicht mehr zu stören.

Effektiv lernen bedeutet für mich nicht, dass ich morgen ein Konzert geben muss. Es bedeutet, dass ich einen Weg gefunden habe, dieses wunderbare, wechseltönige Instrument zu verstehen, ohne mich durch trockene Theorie zu quälen. Das Online-Lernportal war dabei wie eine erfahrene Kollegin, die einem die Handgriffe zeigt, ohne einen zu verurteilen, wenn man mal einen schlechten Tag hat.

Eine Ziehharmonika auf einer Terrasse in Warnemünde bei Morgensonne.

Wenn du auch so eine 'Kleine' im Schrank hast oder eine auf dem Flohmarkt findest: Trau dich einfach. Man ist nie zu alt, um etwas Neues zu lernen, das nur für die eigene Seele bestimmt ist. Es braucht keine Musikausbildung, nur ein bisschen Neugier und vielleicht die richtigen Videos, die einem zeigen, wo man die Finger hinlegen muss, wenn der Kopf eigentlich schon im Feierabend ist.

Verwandte Artikel