Die richtige Ziehharmonika Tasche: Sicherer Transport zum Strand oder Garten

Was schützt deine Ziehharmonika eigentlich besser – ein dicker, warm gepolsterter Koffer oder ein dünnes Baumwolltuch? Die meisten Leute, die mich zum Akkordeon-Transport fragen, seit ich mit der Kleinen regelmäßig raus in die Welt gehe, tippen instinktiv auf den Koffer. Als Anfängerin ohne jede Vorbildung im Musikalischen habe ich anfangs genauso gedacht. Falsch gedacht, wie sich zeigen sollte.

Dieser Irrtum hält sich hartnäckig, und ich verstehe warum. Ein schwerer Koffer sieht nach Schutz aus, eine dünne Tasche nach Sparsamkeit. Im IGA-Park in Rostock-Schmarl, wo ich inzwischen oft mit der Kleinen unterwegs bin, beobachte ich andere Anfängerinnen, die mit klobigen Rucksäcken kämpfen, die eigentlich für Laptops oder Wanderausrüstung gedacht waren. Für dieses kleine Tagebuch aus Warnemünde bekomme ich inzwischen fast mehr Fragen zum richtigen Ziehharmonika-Zubehör als zu Bass-Knöpfen oder Melodien.

Sand ist kein optisches Problem, sondern eins für die Mechanik

Draußen im Park liegt zwischen den Wegen und Wiesen immer ein bisschen Sand und feiner Kies, gerade an windigen Tagen. Genau das habe ich am Anfang unterschätzt, als ich dachte, ein bisschen Wind könne der Ziehharmonika nichts anhaben. Und Sand ist für ein Diatonisches Akkordeon etwas völlig anderes als für eine Picknickdecke.

Sobald feine Körner in die Mechanik geraten, wird der Ton unsauber oder die Tasten hakeln – das reicht schon, um aus einem entspannten Nachmittag Frust zu machen. Deshalb schließe ich die Tasche draußen immer sofort wieder, sobald ich aufhöre zu spielen, und ich klopfe sie vor dem Verstauen einmal kurz aus. Zuhause ziehe ich den Balg dann probeweise einmal ganz auf, und wenn mich nur der vertraute Ledergeruch des alten Balgs begrüßt und kein Knirschen, weiß ich: alles gut.

Zweireihige Ziehharmonika wird als Ziehharmonika-Zubehör vorsichtig in eine gepolsterte Tasche für den Akkordeon-Transport gelegt

Salzige Luft ist an der Küste sowieso ständig ein Thema, das geht über bloßen Sand noch hinaus. Wer öfter in Meeresnähe unterwegs ist, dem lege ich meinen Beitrag zur Akkordeon am Meer: Tipps zur Pflege bei salzhaltiger Luft in Warnemünde ans Herz – das würde hier den Rahmen sprengen. Für den Transport reicht fürs Erste die Erkenntnis, dass eine gute Tasche in erster Linie eines leisten muss: die empfindliche Mechanik im Inneren von der Umgebung fernzuhalten, egal ob Sand, Gras oder feiner Salzfilm.

Der Irrtum mit dem schweren Koffer

In der ursprünglichen Verpackung meiner Ziehharmonika lag ein alter, schwerer Holzkoffer, der nach Dachboden roch. Dieser Koffer ist nach einer langen Schicht auf Station schlicht ein Albtraum. Er hat keine Gurte, man schleppt ihn einhändig, und er schlägt bei jedem Schritt gegen das Schienbein.

Das Ziehen in den Schultern, das ich von langen Stunden im Stehen kenne, wird durch so ein unhandliches Teil nur schlimmer. Gebraucht habe ich etwas, das die Hände frei lässt, für die Kaffeekanne oder um mich kurz abzustützen. Deshalb habe ich mich für ein sogenanntes Soft-Gigbag entschieden, einen gut gepolsterten Rucksack, der genau für die Form der Ziehharmonika geschnitten ist.

Ein gewöhnlicher Rucksack funktioniert dafür nicht, das habe ich ausprobiert – der Druck auf die Knöpfe verteilt sich ungleichmäßig, und das Gehäuse liegt nicht wirklich geschützt. Für kurze Strecken zum Strand oder in den Park reicht ein gepolsterter Gigbag mit ordentlichen Trägern völlig aus: Er verteilt das Gewicht auf beide Schultern, lässt die Hände frei und schützt mindestens so gut wie ein harter Koffer, nur ohne den Rücken zu ruinieren.

Warum eine dickere Tasche nicht automatisch die sicherere ist

Hier kommt der Teil, den ich nur durch einen eigenen Fehler gelernt habe. An einem der ersten warmen Tage dachte ich, ich tue der Ziehharmonika etwas Gutes, wenn ich sie im dick gepolsterten Gigbag mit in den Garten nehme und dort kurz in der Sonne liegen lasse, während ich mit jemandem rede.

Was ich nicht bedacht hatte: Eine gut isolierte Tasche wirkt in der Sonne wie eine kleine Thermoskanne. Die Hitze staut sich innen viel stärker, als man von außen vermutet, und das kann dem empfindlichen Material im Inneren mehr schaden als ein kleiner Stoß auf Rasen. Seitdem gilt bei mir eine einfache Regel.

Für kurze, schattige Wege reicht ein helles Baumwolltuch locker um die Ziehharmonika gewickelt, das lässt das Holz atmen und staut keine Hitze. Für längere Strecken in praller Sonne oder am Strand nehme ich den gepolsterten Gigbag, lasse ihn dann aber nie direkt in der Sonne oder im aufgeheizten Auto liegen. Zwei verschiedene Wege, zwei verschiedene Zwecke, kein Zwang zur teuersten Lösung.

Ziehharmonika-Zubehör, das wirklich zählt: Gurte und ein zweiter Blick

Neben der Tasche selbst sind es oft die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Die Gurte müssen so eingestellt sein, dass sie nicht auf die Knöpfe drücken und das Gewicht wirklich auf beide Schultern verteilen, nicht nur auf eine Seite. Wie man die Akkordeon Tragegurte richtig einstellen muss, habe ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben.

Neulich saß ich nach einer Nachtschicht mit der Kleinen da, und meine Schultern sackten auf einmal nach unten, ganz von selbst, ohne dass ich sie bewusst lockern musste. Genau dieses Gefühl will ich auch unterwegs behalten – nicht das Gegenteil davon, weil eine Tasche an der falschen Stelle drückt.

Wie man so eine Ziehharmonika überhaupt richtig pflegt und reinigt, ist nochmal ein eigenes Thema, das ich hier nicht aufmachen will – nur so viel: Ein guter Transport ist der erste Schritt einer guten Instrumentenpflege, nicht ihr Ersatz.

Für Strand oder Garten: so triffst du die richtige Wahl

Meine Nachbarin schwört beim Nordic Walking durch den Küstenwald bei Warnemünde auf ihre spezielle Ausrüstung, und wenn ich sie mit Stöcken und Funktionsjacke losgehen sehe, denke ich manchmal: Genau wie sie brauche ich für mein Hobby das richtige Zubehör, nicht das teuerste oder das massivste.

Genau wie beim Notenheft, das ich mir früh aus dem Musikladen geholt hatte und das ich schlicht nicht lesen konnte, hilft auch bei der Tasche nicht das teuerste Angebot, sondern das passende. Ich habe damals nach Gehör weitergemacht statt nach Zetteln, und beim Zubehör gilt für mich inzwischen dasselbe Prinzip: einfach, passend, ohne Schnickschnack.

Griffschrift lesen, den Wechselbass sauber treffen, die Tastenbelegung im Schlaf kennen, ein bisschen Taktgefühl entwickeln, die Handkoordination zwischen links und rechts hinbekommen, eine Spielhaltung finden, die den Rücken schont, den Unterschied zwischen einer zweireihigen Ziehharmonika und einem großen Akkordeon verstehen, den passenden Fingersatz für die rechte Hand finden, eine Balgkontrolle entwickeln, die nicht nach Zufall klingt, das Tremolo einmal richtig verstehen, und als Anfängerin ganz ohne Lehrerin überhaupt erst eine Basslinie in der linken Hand finden – das sind alles eigene Baustellen für andere Sonntage.

Zurück zur Ausgangsfrage: Der dicke Koffer gewinnt nicht automatisch, und das dünne Tuch verliert nicht automatisch. Es kommt darauf an, wohin du willst, wie lange der Weg ist und ob die Sonne draufknallt. Für den kurzen Weg in den Garten reicht oft weniger, als der Laden dir verkaufen will; für den Tag am Strand lohnt sich die gepolsterte Tasche, wenn du sie danach nicht in der Hitze vergisst. Am Ende zählt nur, dass die Kleine sauber und unversehrt wieder zu Hause ankommt, damit ich abends noch in Ruhe weiterspielen kann.

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