Harmonicademy Erfahrungen: Wie der Onlinekurs mir bei den Bassknöpfen half

Acht Bassknöpfe, und am Anfang folgte kaum einer davon der Logik, die ich mir zurechtgelegt hatte. Genau an dieser Stelle bricht das Ziehharmonika lernen für viele Erwachsene ohne Vorkenntnisse ab: Die rechte Hand findet eine Melodie erstaunlich schnell, die linke bleibt ein Rätsel aus Druck und Zug. Bei mir kam dazu, dass ich zwei völlig unterschiedliche Wege ausprobiert habe, bevor einer davon beim Bassknöpfe-Training wirklich griff, und der Unterschied zwischen beiden war größer, als ich gedacht hätte.

Kurze Offenlegung vorab, weil das sonst später untergeht: Diese Harmonicademy Erfahrungen beziehen sich auf das Harmonicademy-Abo, mit dem ich selbst arbeite, und wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich an deinem Preis etwas ändert.

Bassknöpfe-Training: Zwei Wege zu denselben acht Knöpfen

Rechts spielte ich vergleichsweise schnell kleine Melodien, mit erstaunlich wenig Übung. Links dagegen wollte einfach nichts zusammenpassen, und das ausgerechnet an den Abenden, an denen ich von einer Schicht auf der Kardiologie nach Hause kam und eigentlich nur noch die Ohren baumeln lassen wollte. Mein erster Reflex war naheliegend: Videos im Netz suchen, kostenlos, Schritt für Schritt, genau das, was man macht, bevor man weiß, ob einem die Sache überhaupt liegt.

Diese Videos waren gut gemeint, aber fast alle für Leute gemacht, die schon ein Gefühl fürs Instrument hatten. Sie sprangen nach der zweiten Minute zu Tempo und Verzierungen, während ich noch dabei war, den einzelnen Knopf unter meinem kleinen Finger wiederzufinden. Vorher hatte ich mir auch Akkordeon lernen per App oder Online Kurs angeschaut, in der Hoffnung, dass sich wenigstens eine der Quellen meinem Tempo anpasst. Ohne festen Ausgangspunkt sprang ich zwischen den Angeboten hin und her und wurde jedes Mal etwas verwirrter, bis ich beim Harmonicademy-Abo blieb, einfach weil es das einzige war, das bei null anfing, statt vorauszusetzen, dass ich schon irgendwo mittendrin bin.

Bassknöpfe-Training beim Ziehharmonika lernen: Nahaufnahme der acht Bassknöpfe mit einer Hand im Fokus.

Was ändert sich mit einer festen Reihenfolge im Online-Musikkurs?

Der größte Unterschied zeigt sich nicht bei der Melodie, sondern genau dort, wo ich vorher feststeckte, links. Statt Videos in zufälliger Reihenfolge gibt es dort einen klaren Ausgangspunkt für den Einstieg ganz ohne Lehrer, und die Basslinie in der linken Hand wird von Anfang an getrennt von der Melodie geübt, nicht nur nebenbei erwähnt. Auch die Belegung der Bassknöpfe wird einmal grundlegend erklärt, statt dass man sie sich aus zehn verschiedenen Quellen selbst zusammenreimen muss.

Ein Nebeneffekt hat mich überrascht: Die kurzen Fingernägel, die der Job im Krankenhaus ohnehin vorschreibt, sind für die Knöpfe fast ein Vorteil, kein Nachteil, wie ich lange dachte. Was mich am Kurs aber wirklich gehalten hat, war etwas anderes: die Möglichkeit, das eigene Tempo zu wählen, wenn die Gelenke nach einer langen Schicht steif sind und keine Lust auf Druck haben. Genau das war für mich die eigentliche Motivation für die Ziehharmonika, drangeblieben zu sein, obwohl der Schichtdienst eigentlich klare Routinen verlangt und wenig Verschiebbarkeit erlaubt.

Harmonicademy Erfahrungen im Online-Musikkurs: Tablet mit Kursvideo neben der Ziehharmonika zum Üben.

Der Unterschied zeigt sich beim Wechselbass

Rechts eine Melodie zu spielen, das lernt man vergleichsweise schnell. Sobald der Wechselbass links dazukommt, ist das etwas ganz anderes, ungefähr wie am Anfang auf einer neuen Station, wenn die Handgriffe zwar bekannt sind, das Muskelgedächtnis aber noch fehlt und jeder Schritt einzeln überlegt werden muss. Der Kurs behandelt Handkoordination beim Akkordeon als eigenes Thema statt als Fußnote, mit einem Video, das zeigt, wie der Druck im Balg den Bassknopf trägt, ohne dass die Hand verkrampft, und das Taktgefühl entsteht dabei fast nebenbei, weil man den Rhythmus hört, bevor man ihn spielt. Im Anfängerkurs ist genau diese Balgführung noch einmal eigens aufgebaut, bevor der Wechselbass überhaupt eingeführt wird.

Neulich, an einem Donnerstagabend nach der Spätschicht, habe ich beide Wege absichtlich nebeneinandergestellt: erst zehn Minuten ganz ohne Anleitung, danach zehn Minuten mit dem Kursvideo im Ohr. Beim ersten Durchgang zerfiel der Rhythmus schon nach vier Takten, wie er es am Anfang immer getan hat. Beim zweiten blieb der Bass unten, während die rechte Hand die Melodie zu Ende führte, und ich habe den Balg nach dem letzten Ton einfach offen gelassen, noch einen Moment im Klang hängengeblieben, bevor mir überhaupt auffiel, dass das Stück schon vorbei war.

Entscheide nach dem, was gerade fehlt

Für reine Neugier, für die ersten Töne auf einem geerbten oder gebraucht gekauften Instrument, reicht es, sich selbst nach Gefühl etwas beizubringen, gerade wenn es nur um das Gefühl für den Balg und eine bequeme Spielhaltung geht. Sobald aber die linke Hand ins Spiel kommt und man Melodien nach Gehör finden will, ohne dass der Bass ständig querschießt, lohnt sich eine feste Reihenfolge spürbar mehr als noch mehr einzelne Videos. Meine Kollegin Elsbeth fragt auf Station manchmal ganz beiläufig nach der Kleinen, ohne daraus ein großes Thema zu machen, und ein Leser aus Stralsund nennt die Sache mit der Notation liebevoll sein Keilschriften-Problem, was dem Bassknöpfe-Lernen eigentlich näher kommt, als er selbst dachte. Ich bleibe deshalb beim Harmonicademy-Abo, nicht weil der andere Weg falsch wäre, sondern weil er bei mir einfach länger gedauert hätte.

Wenn du selbst noch am Anfang stehst und nicht weißt, ob du dir die Mühe mit einzelnen Videos machen sollst oder gleich einen festen Ablauf suchst: Schau dir ruhig den Einsteigerkurs an und vergleiche es an einem einzigen Abend selbst, so wie ich es getan habe. Der Unterschied zeigt sich schneller, als man denkt, und danach weißt du wenigstens, für welchen der beiden Wege sich das Dranbleiben bei dir tatsächlich lohnt.

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