
Es ist kurz nach halb eins in der Nacht, als ich den Schlüssel in der Tür umdrehe. In den Fluren der Kardiologie brennt jetzt nur noch das Notlicht, aber hier in meiner kleinen Wohnung in Warnemünde empfängt mich die Stille, die nur jemand kennt, der gegen den Rhythmus der Welt arbeitet. Meine Beine fühlen sich schwer an, dieses typische Ziehen nach zehn Stunden auf den Beinen, und in meiner Nase hängt noch immer dieser kühle, sterile Geruch von Desinfektionsmittel und Krankenhauswäsche.
Bevor ich mich hinlege, mache ich etwas, das meine Kollegen wahrscheinlich für verrückt halten würden. Ich ziehe nicht sofort meine Uniform aus und falle ins Bett. Ich setze mich für einen Moment auf den Küchenstuhl. Unter mir höre ich das vertraute, tiefe Ausatmen meines Hundes, der schlaftrunken seinen Kopf auf meine Füße legt. Und dann greife ich nach ihr: nach der Kleinen. Die Ziehharmonika, die ich vor acht Monaten für 45 Euro in Güstrow auf dem Trödelmarkt gefunden habe. Nur zehn Minuten. Nur zehn Minuten, um den Kopf von den Patientenakten und den Monitor-Alarmen zu lösen.
Ein kleiner Hinweis für dich: Ich schreibe hier über meine persönlichen Erfahrungen und verlinke gelegentlich auf Kurse, die mir geholfen haben. Wenn du über einen dieser Affiliate-Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis rein gar nichts. Ich empfehle nur, was ich selbst auf meiner Terrasse bei einem Kaffee (oder nachts nach dem Dienst) wirklich ausprobiert habe. Hier ist meine Offenlegung.
Der Lärm im Kopf und die Stille der Knöpfe
Das Problem nach einer Schicht ist nicht die körperliche Müdigkeit. Es ist dieses Surren im Kopf. Man geht die Übergaben im Geiste noch einmal durch: War der Blutdruck bei Zimmer 12 stabil? Habe ich die Kurve für morgen früh richtig vorbereitet? Klassische Tipps für eine Morgenroutine oder Fokus-Techniken funktionieren für uns im Schichtdienst einfach nicht. Wenn die Welt aufwacht, komme ich nach Hause. Mein zirkadianer Rhythmus ist kein Kreis, sondern ein Zickzackkurs.
Am Anfang, also damals im stürmischen März, war das Üben eher frustrierend. Ich hatte keinen Plan, keine Notenkenntnisse und eigentlich auch keine Kraft. Ich saß da und drückte willkürlich auf die Knöpfe. Es war eher ein Gequetsche als Musik. Die Nachbarin hat sich damals sogar beschwert, weil es wohl eher nach einer leidenden Seekuh klang als nach einem Instrument. Aber ich habe gemerkt: Wenn ich mich zwinge, eine ganz bestimmte Bewegung zu machen, müssen die Gedanken an die Station weichen. Es gibt keinen Platz für Patientenkurven, wenn man versucht zu verstehen, wie die rechte Hand etwas anderes macht als die linke.

Struktur finden, wenn das Leben unregelmäßig ist
Nach etwa drei Monaten merkte ich, dass dieses ziellose Herumprobieren mich mürbe machte. Ich wollte etwas lernen, aber ich wollte keine Lehrerin, die mich Dienstag um 16 Uhr erwartet, wenn ich gerade mitten in einer Doppelschicht stecke. Ich brauchte etwas, das so flexibel ist wie mein Dienstplan. Ich habe angefangen, mir Struktur zu suchen, die mich nicht wie eine weitere Arbeitsanweisung belastet.
Ich suchte nach einem Weg, von Zufallstönen zum ersten Lied zu kommen, ohne dass es sich nach Arbeit anfühlt. Dabei bin ich auf den Ziehharmonika Anfängerkurs (Harmonicademy) gestoßen. Das Schöne daran sind die 21 strukturierten Lektionen. Es ist kein endloses Meer aus Theorie, sondern ein Pfad. Wenn ich nachts nach Hause komme, nehme ich mir nicht vor, „Akkordeon zu lernen“. Ich nehme mir vor, eine halbe Lektion zu machen. Nur eine.
Manchmal sind meine Finger am Ende einer Schicht so steif, dass sie sich kaum einzeln bewegen wollen. Dann spüre ich die kühlen Metallbeschläge des Balgs an meinen Unterarmen, während die warme Luft des Wohnzimmers durch das Instrument strömt. Das ist der Moment, in dem die Konzentration umschaltet. Weg vom Außen, hin zu diesem vibrierenden Kasten auf meinem Schoß.
Wenn der Bass-Knopf zum Endgegner wird
Es gab diesen einen Dienstagabend im Mai. Ich war völlig fertig, ein Patient war besonders unruhig gewesen, und mein Kopf war wie vernebelt. Ich saß da und wollte nur eine einfache Begleitung spielen. Aber ich habe immer wieder denselben falschen Bass-Knopf gedrückt. Meine kleine Ziehharmonika hat ja insgesamt 8 Bass-Knöpfe auf der linken Seite. Eigentlich nicht viel, oder? Aber in dieser Nacht fühlten sie sich an wie ein Labyrinth.
In solchen Momenten hilft nur Geduld – die gleiche Geduld, die ich für meine Patienten aufbringe. Ich atme tief durch. Ich merke, wie das Vibrieren des Gehäuses gegen meinen Brustkorb meinen Puls spürbar verlangsamt. Es ist fast wie eine Meditation, nur dass sie Töne erzeugt. Ich habe gelernt, dass ich Ziehharmonika üben bei Schichtarbeit anders angehen muss als jemand mit einem geregelten 9-to-5-Job. Es geht nicht um die Dauer, sondern um die Qualität dieser zehn Minuten Fokus.
Besonders die wechseltönige Natur der diatonischen Harmonika – also dass beim Drücken und Ziehen unterschiedliche Töne kommen – verlangt meinem Gehirn alles ab. Aber genau das ist es, was mich rettet. Man kann nicht an die Medikamentenausgabe denken, wenn man gleichzeitig koordinieren muss, ob man gerade zieht oder drückt.

Fortschritte am Sonntagmorgen
Heute ist ein Sonntagmorgen im Oktober. Ich habe frei. Der Kaffee dampft in meiner alten Tasse, und ich sitze auf der Terrasse. Es ist kühl, aber die Luft in Warnemünde ist so klar, dass man fast das Salz schmecken kann. Ich schreibe in mein Tagebuch, was diese Woche geklappt hat.
Vor ein paar Wochen im September hatte ich diesen Durchbruch: Die Umschaltbewegung zwischen Zug und Druck fühlte sich plötzlich natürlich an, fast wie das automatische Handeln bei einer Routine auf Station. Ich beherrsche jetzt die zwei Reihen meiner Kleinen schon viel besser. Falls du auch gerade erst anfängst, kann ich dir nur raten, dir die Zeit zu nehmen, die zwei Reihen der Ziehharmonika zu verstehen, bevor du dich an komplizierte Stücke wagst.
Der Kurs von Harmonicademy war für mich genau richtig, weil er als Einmalkauf funktioniert. Kein Abo, das mir im Nacken sitzt, wenn ich mal eine Woche nur Überstunden schiebe. Den aktuellen Preis findest du auf deren Seite, der ändert sich ja manchmal, aber für mich war es die beste Investition seit dem Trödelmarktfund in Güstrow. Es gibt dort 21 klare Lektionen, die mich an die Hand genommen haben, als ich absolut keinen Plan hatte.
Die Ziehharmonika als Anker
Wenn ich jetzt auf die letzten acht Monate zurückblicke, hat sich viel verändert. Die Nachbarin grüßt mich wieder freundlich im Treppenhaus. Mein Hund schläft noch immer unter dem Stuhl, aber er zuckt nicht mehr zusammen, wenn ich den Balg aufziehe.
Es geht mir nicht darum, eine große Musikerin zu werden. Ich werde nie in einem Konzertsaal stehen. Aber wenn ich nachts um eins hier sitze und diese zehn Minuten finde, in denen nur der Ton und ich existieren, dann bin ich keine Krankenschwester, die Verantwortung für Menschenleben trägt. Dann bin ich einfach nur eine Frau, die lernt, wie man aus Luft und Knöpfen etwas Schönes macht.
Falls du selbst in der Pflege arbeitest oder einen Job hast, der dich emotional aussaugt: Such dir etwas, das deine Hände und deinen Kopf auf eine ganz neue Weise fordert. Die Ziehharmonika ist für mich dieser Anker geworden. Wenn du auch diesen Weg gehen willst, schau dir den Anfängerkurs der Harmonicademy an – mir hat diese feste Struktur durch die 21 Lektionen geholfen, nicht im Chaos der Schichtarbeit zu versinken.
Nächsten Sonntag sitze ich wieder hier mit meinem Kaffee. Vielleicht sitzt dann auch der neue Moll-Bass, an dem ich gerade verzweifle. Aber das ist okay. In der Musik gibt es keine Notfälle, nur den nächsten Ton.