Akkordeon online lernen für Anfänger: Erfahrungen mit strukturierten Videokursen

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Drei Antworten in einem Forum, drei komplett unterschiedliche Erklärungen für denselben Bass-Knopf. Ich starre auf den Bildschirm und weiß danach weniger als vorher. So fühlt sich Ziehharmonika lernen ohne Anleitung an – und genau deshalb vergleiche ich hier zwei Wege, wie man als Akkordeon-Anfängerin überhaupt anfangen kann.

Hinweis vorab: In manchen Absätzen verlinke ich Kurse, die mir persönlich geholfen haben. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Vergütung, für dich kostet es nichts extra. Empfohlen wird hier nur, was selbst ausprobiert wurde.

Manche Leute glauben, es gäbe nur einen richtigen Weg, ein Instrument zu lernen. Bei meiner kleinen Zweireihigen, die ich 'die Kleine' nenne, habe ich zwei ziemlich unterschiedliche Wege ausprobiert – freies Ausprobieren ohne Anleitung und einen festen Online-Musikkurs – und nur einer davon hat wirklich funktioniert.

Unstrukturiert gegen strukturiert: zwei Wege, online Akkordeon zu lernen

Zuerst kam YouTube. Videos von Profis, die so schnell über die Knopfreihen fliegen, dass meine Augen nicht mitkommen, und keine Ahnung, mit welchem Video man überhaupt anfangen soll.

Niemand dort erklärt, warum der linke Bass-Knopf beim Ziehen einen anderen Ton macht als beim Drücken – für Musiktheorie hatte ich nach einer Doppelschicht auf der Kardiologie-Station sowieso keinen Kopf.

Eine Leserin aus Lübeck, Margret Schüll, kennt das Gefühl gut. Ihr Instrument stammt aus dem Pfandhaus, deutlich schwerer als meine Kleine, und die kurzen Sprachnachrichten mit ein paar geübten Takten, die sie mir manchmal schickt, klingen oft nach genau der Verwirrung, die ich am Anfang auch hatte.

Hände auf den Knopfreihen der Ziehharmonika beim Üben – Akkordeon-Anfängerin vergleicht Lernwege im Videokurs

Was mir das Forum nicht geben konnte

Ich probierte es trotzdem mit einem Online-Forum, postete meine Frage zum Bass-Rhythmus und bekam ein Dutzend Antworten, die sich alle widersprachen. Der eine schwor auf eine Reihenfolge, die nächste auf eine ganz andere, ein Dritter fragte nur zurück, welches Modell ich überhaupt hätte. Am Ende wusste ich weniger als vorher und hatte zwei Übungsabende verloren, ohne einen einzigen Griff wirklich sitzen zu haben.

Anders war es mit dem Ziehharmonika Anfaengerkurs von Harmonicademy. 21 Lektionen, eine nach der anderen, kein Springen zwischen Themen, kein Rätselraten. Jemand, der mir sagt: Heute lernst du nur diesen einen Griff, sonst nichts.

Wer ganz ohne Lehrer einsteigt, merkt schnell, wie viel Zeit man mit Suchen statt mit Üben verbringt, und wer keine Griffschrift kennt, tut sich anfangs schwer, überhaupt zu verstehen, was in den Videos gezeigt wird.

Es ist ein bisschen wie beim Blutabnehmen auf Station: Am Anfang zittert die Hand und man denkt bei jedem Handgriff nach, irgendwann übernimmt das Muskelgedächtnis. Genauso läuft es mit der Balgkontrolle lernen auf der Ziehharmonika – man muss es oft genug falsch machen, bis der Balg von selbst mitgeht.

Und dann gibt es diesen einen Moment, den kein Forum-Beitrag vorher beschreiben konnte: Der Balg gibt plötzlich weich nach, fast ohne Widerstand, und die Hand spürt die Veränderung, bevor das Ohr überhaupt registriert, dass der Ton sauber kommt.

Üben mit Instrument oder üben im Kopf?

An der Strandpromenade in Warnemünde gehe ich manchmal die Fingerfolgen im Kopf durch, ganz ohne Instrument in der Hand, während der Wind vom Wasser kommt. Kein Ton, keine Knöpfe, nur die Bewegung, die vorher in einem kurzen Videoausschnitt gezeigt wurde.

Wer die Basslinie für die linke Hand nur nach Gefühl sucht, verliert sich schnell, und wer den Wechselbass nicht kennt, merkt oft gar nicht, warum die Begleitung holprig klingt – auch das lässt sich im Kopf durchgehen, lange bevor man abends wirklich spielt.

Meine Nachbarin Ruperta, die ein Stockwerk über mir wohnt, nennt die Ziehharmonika liebevoll 'die Blechbüchse' und klopft manchmal an, wenn sie mich murmelnd dieselbe Tonfolge wiederholen hört.

Abends fühlen sich die Metallkanten der Knopfreihen kühl an den Fingerspitzen an, kurz bevor sie unter der Handwärme weicher wirken – ein kleiner, aber echter Unterschied zwischen Kopfüben und echtem Spielen, den man erst bemerkt, wenn man beides ausprobiert hat.

Notizbuch und Kaffeetasse auf dem Balkon mit Blick zur Ostsee – Reflexion nach dem Online-Musikkurs für Ziehharmonika

Ein Hobby nach der Schicht: was am Ende zählt

Für jemanden mit viel Zeit und wenig Geduld für feste Strukturen kann freies Ausprobieren am Anfang reichen. Für jemanden mit wenig Zeit nach der Schicht und dem Wunsch, wirklich vom Fleck zu kommen, lohnt sich ein Kurs mit klarer Reihenfolge eher – bei mir war Letzteres der Fall.

Wer sich nicht sofort festlegen will, findet mit dem meineMusikschule Akkordeon Modell und monatlicher Kündigung eine dritte Möglichkeit – wichtig ist nur, vorher zu klären, ob man eine zweireihige Ziehharmonika oder ein klassisches Akkordeon lernen will, denn die Kursinhalte unterscheiden sich deutlich.

Am Ende geht es nicht darum, die perfekte Methode zu finden, sondern die, die zum eigenen Alltag passt. Mehr zu meinem eigenen Weg mit dem Kurs steht in meinen Erfahrungen zum Ziehharmonika Anfängerkurs – und wenn du selbst mit einer gebrauchten oder geerbten Ziehharmonika kämpfst, schreib mir gern, wie dein Weg aussieht.

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